Kathrin Röttger & Daniel Kohl
Picknick mit Martin

Es fing damit an, dass wir einen schönen Ausflug in die Wüste von ... welche Wüste, Katrin - Hä? Wüste? - keine Ahnung - irgendso'ne Wüste! Die Wüste zwischen San Diego und Los Angeles in der Nähe von Joshua Tree.
Nachdem wir übernachtet haben - in einem kleinen Ort - wollten wir losziehen, zurück nach L.A.. Auf dem Weg wollten wir eine Mittagspause machen und wir haben gemeinsam beschlossen, ein Picknick zu machen - das war in der Nähe von Mekka. So hielten wir vorm Supermarkt, kauften Zeugs ein und stiegen wieder ins Auto auf der Suche nach einem passenden Ort zum Picknicken.
Ohne Weiteres zu sagen, bog unser Gastgeber, unser Wegführer, unser Martin Liebscher in einen Feldweg ab und fuhr in Richtung der Berge. Es gab leichten Protest, prinzipiell waren wir alle gemeinsam entschlossen, einen schönen Ort in den Bergen zu finden um unseren Picknicktisch auszubreiten. Martin schien davon besessen zu sein, das Ende dieses Weges zu finden, so fuhren wir an mehreren geeigneten Picknickplätzen vorbei.- naja so viele waren das auch nicht! - Nach 'ner Weile erreichten wir das Ende des Feldwegs. Vor uns standen mehrere schrottige Autos, die von Gewehrschüssen durch löchert waren. Daneben lagen auch Kühlschränke, Waschmaschinen und anderer Schrott, alles ebenfalls perforiert.
Betretenes Umherschauen!
Martin sah ein, dass dies nicht der schönste Ort zum Picknicken war.
"Ich mach' nur noch schnell ein Photo und dann können wir weiterfahren!"
Beim Fotografieren fiel dem Meister auf - uns auch - dass der Vorderreifen von GROOV V ziemlich arg platt war - eben platt halt-
"Kein Problem, ich habe einen Ersatzreifen im Auto - extra gekauft!" tönt der Liebscher und kommt mit einem Reifen daher, der gerade zwei Zentimeter zu klein - Quatsch, viel zu klein - war!
Schlußfolgerung: Martin Liebscher wurde beim Kauf eines Ersatzreifens betrogen (schlecht beraten). Wer so blöd ist, muss dann auch zur Tanke latschen, da wir am Anfang von dem Feldweg an einer Tankstelle vorbeigefahren waren,wußten wir wo die nächste Tankstelle sich befand und man konnte die Tankstelle von unserem Platz aus- am Fuße eines kleinen Berges- gerade noch sehen.- Also, all the way back - und ein anderer Blödi musste mit oder dableiben und aufpassen oder sich auch vielleicht gegen Bullets over Joshua Tree verteidigen ... kurz: Meckerlili oder Motzlady oder Hungerhanni zog 'ne Schnute und stratzte tapfer mit! Daniel, the hero, verteidigte unterdessen GROOV V. Die Stunde die es brauchte den Reifen den Berg runter zu kicken, zu rollen, zu treten oder zu tragen fing Daniel -The hero - an die leeren Patronenhülsen zu zählen und hatte immer mehr Visionen von einer Horde gelangweilter Rednecks mit automatischen Waffen vor Augen.
Nach etwa zwei Stunden kam ein gelber, tiefergelegter, überdachter Pickuptruck. Our hero erwog beim Anblick des Autos sich entweder schnell ins Kühlfach zu legen oder sich mutig vor GROOV V zu postieren. Er war erleichtert, als Martin und Kathrin aus dem tiefergelegten, gelben tierisch aufgemotzten oder doch türkisen Pickuptruck stiegen. Der freundliche Mexikaner von derTankstelle hatte uns zum Platz zurückgefahren. Wir bedankten uns auf spanisch - der Gotteslohn war ihm sicher - die Dollars auch!
Der mexikanische Reifen passte und wir verließen erleichtert, aber immer noch hungrig und vorsichtig, um einen weiteren Platten zu vermeiden den Ort - this place - this very special spot.
Brote wurden im Auto geschmiert, gegessen und verdaut und wir aßen dann einfach abends in L.A. beim Super-Japaner.

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