Marin Liebscher - BERLIN
 

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Eröffnung - Donnerstag, den 25. Januar 2007, 19 - 21 Uhr

Ausstellungsdauer - 26. Januar - 10. März 2007
 
Wir freuen uns, die Ausstellung BERLIN von Martin Liebscher (*1964, Naumburg) anzukündigen.
Martin Liebscher präsentiert eine Zusammenschau aus seiner Werkserie der Panoramabilder mit direktem Bezug zu seiner Wahlheimat Berlin. Die Motive seiner Berlinportraits sind im Laufe der letzten sechs Jahre entstanden und dokumentieren neben signifikanten Orten wie dem Berliner Dom, dem ICC Messezentrum oder der Reichstagskuppel auch die Dynamik der sich im ständigen Wandel befindlichen Stadt Berlin.
 
Martin Liebschers Panoramabilder sind Kombinationen aus Fotografie und Film. Die langgestreckten, wellenförmigen Stadtansichten entstehen, indem der Künstler nicht nur die umgebaute Kleinbildkamera mit der eigenen Körperbewegung mitführt, sondern gleichzeitig auch noch den Film bei geöffneter Blende mehr oder weniger gleichmäßig manuell vorwärts spult. Dabei werden Körper- und Kamerabewegung und die Bewegung des Filmstreifens aufeinander abgestimmt, so dass die entstehenden Aufnahmen vom Betrachter noch als wiedererkennbare Sequenzen gelesen werden können. Die so erzielten Kamerafahrten sind durch die Mehrfachbewegung immer auch dem Zufall geschuldet. Mal erzielt der Künstler wellenartige Unschärfen und verwischte Architektureindrücke. Mal vermitteln die längsverzerrten Fotografien eher den Eindruck von Städtepanoramen, aufgenommen von touristischen Aussichtsplattformen herab, denen der Orientierung vermittelnde Horizont der klassichen Zentralperspektive abhanden gekommen ist.
Eine Aufnahme vom hochgelegenen Balkon reißt den Blick vorbei an der Brüstung im Vordergrund hinein in eine Straßenschlucht und prallt an der Fassade des Palasts der Republik ab um schließlich wieder hinauf über die Dächer in die Tiefe des Raumes und den offenen blauen Himmel zu schnellen. Der Blick des Betrachters muss der willkürlichen Bewegung folgen und die kontrollierte Perspektive der Städteplaner bricht sich im umherschweifenden Blick. Orientierung zu verlieren und sich treiben zu lassen wird zur Bildkonstruktion, die Unvorhergesehenes und zuvor Ungesehenes ermöglicht.
Ähnlich dynamisch und verdichtet sind auch die Schwenks aus der S-Bahn oder dem fahrendenen Auto heraus. Innen- und Außenraum verschmelzen mit den verschiedenen Bewegungsebenen und simulieren die Erfahrung des "hindurch-sichtbaren Horizont" (Paul Virilio), d.h. des letzten Horizonts der Sichtbarkeit, der das Ergebnis der digital generierten optischen (und akustischen) Verstärkung der natürlichen Umwelt des Menschen ist.
 
Im Rahmen der Ausstellung stellen wir den neu erschienen Katalog vor, der umfangreich die aktuellen Arbeiten des Künstlers dokumentiert: Martin Liebscher - A Man with Opportunities. Text von Thomas Wagner. 62 Seiten, 68 cm x 17,2 cm. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2007. ISBN 13:978-3-86560-194-0
 
 
 
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