models and frames 4

t.i.a. / this is america

27. 01. - 26. 02. 2002
Kunst- und Medienzentrum Adlershof, Dörpfeldstr. 56, 12489 Berlin,
T.030-6777 6811








Künstler/innen Bettina Allamoda, Silvia Beck, edit suisse group, Felix Stephan Huber , Raphael und Tobias
Danke, Alyssa DeLuccia, Bjørn Melhus, Korpys/Löffler, Albrecht Kunkel,
Martin Liebscher, Cornelia
Schmidt-Bleek, Vassiliea Stylianidou, Hans Winkler, Ingo Vetter/Annette Weisser, Corinna Weidner





"Amerika ist weder Traum noch Realität, es ist Hyperrealität.
Eine Hyperrealität, weil eine Utopie, die von Anfang an als
schon verwirklicht gelebt wurde. Alles ist hier wirklich und
pragmatisch, alles läßt einen traumwandeln. Die amerikanische
Wahrheit kann möglicherweise nur einem Europäer aufgehen,
da nur er hier das perfekte Simulakrum der Immanenz und der
materiellen Umschrift aller Werte entdeckt. Die Amerikaner
selbst haben kein Verständnis für Simulation. Sie sind ihre
perfekte Konfiguration, aber sie haben keine Sprache dafür, da
sie selbst das Modell sind. Sie geben also das ideale Material
für eine Analyse aller denkbaren Varianten der modernen
Welt." Jean Baudrillard: Amerika, München 1995.



"t.i.a." ist das Logo für US-amerikanische Selbstdarstellung. In der Ausstellung wird dieses Label zum
provokativen Rahmen für ein Bild von außen aus der Sicht von Berliner Künstler/innen auf die Vereinigten
Staaten von Amerika. Auf der Basis eigener Erfahrungen reflektieren die zumeist ehemaligen
Austausch-Stipendiaten in ihren Arbeiten den Mythos Amerika. Der Einfluß Amerikas auf deutsche bzw.
europäische Kulturproduktion und wie sich dies in visuellen Diskursen niederschlägt wird ein wesentlicher
Schwerpunkt der Ausstellung sein. Neben medialen Fragestellungen zur amerikanischen TV-Realität und Film als
Erinnerungsträger konzentriert sich die Ausstellung auf Positionen, die populäre, stereotype Vorstellungen von
Amerika entgegenstehen und dekonstruieren. Die ausgewählten Arbeiten bewegen sich zwischen Beobachtung
und Kommentar. Sie zeigen die Bandbreite der Widersprüche, die dieses Land der "unbegrenzten Möglichkeiten"
aufwirft.

Die Konzentration auf den Blick des "Anderen", von außen, steht der Behauptung des Titels "this is america"
kontrapunktisch gegenüber. Gleichzeitig werden damit die Pole markiert, zwischen denen sich die Arbeiten der
Künstler/innen bewegen: dem Label Amerika und der damit einhergehend Vorstellungswelt und Projektionsfläche
und der US-amerikanischen Realität mit ihren Brüchen und Binnendifferenzen.

Angesichts der Terroranschläge vom 11.September 2001 und damit aufgeblühter Kulturkampfrhetorik, die
veraltete Dualismen predigt, die Welt in gut und böse, zivilisiert und barbarisch, menschlich und unmenschlich
einteilt, erscheint es wichtiger denn je, kulturelle Identität und Identitätskonstruktionen sowie ihre Konstituenten
zu hinterfragen und differenziert zu analysieren. Die Ausstellung versucht nicht die Ereignisse zu bewerten
ebenso wenig wie US-amerikanische Kultur, sondern differenziert in der Beobachtung und Bestandsaufnahme.

Ausstellungskuratorinnen Ute Tischler und Antje Weitzel





Zu den einzelnen Arbeiten:



Felix Stefan Huber: "Wildlife Management , Laurel Hill, New Jersey",1994

Fotografie, s/w.

Hubers Fotografien sind die Ergebnisse von Ausflügen, die er während seiner Zeit in New York vom Zentrum der
Stadt hinaus an den Stadtrand unternahm. Die Arbeiten erkunden die Gebiete, die man auf der Landkarte nicht als
Orte identifizieren kann, die weißen Flecken, Nicht-Orte, die außerhalb unserer Wahrnehmung liegen, dort wo die
Stadt ausläuft und Natur beginnt. Es ist diese Nachbarschaft, die den Orten einen ganz eigenen, geheimnisvollen,
zwitterhaften Charakter verleiht, abseits nostalgisch-romantischer Stadtbilder und Landschaftsansichten.





Vetter/Weisser: "Detroit Industries", 2000

Installation. Foto, Video.

Detroit, einst Zentrum industrieller Produktion und der damit einhergehenden Produktionslogik und Ideologie des
Fordismus ist heute in drastischer Weise Zeuge der Folgen von Automatisierung und Verlagerung der
Produktionsstätten. Die Recherche und gesuchten Begegnungen der Künstler/innen konzentrierten sich auf die
Entwicklung der zerstörten und zum Teil "renaturierten" Innenstadt Detroits durch Initiativen verschiedener
Bewegungen der Alternativ-Kultur. Die großen Fotografien zeigen Gebäude in der Innenstadt von Detroit, das
World-Headquarter von Ford, das Gebäude des ehemaligen Hauptbahnhofs und eine von zahlreichen Brachflächen
in der Innenstadt. Die kleineren Fotos dokumentieren exemplarisch die Arbeitsweise des "Detroit Agriculture
Networks", einen losen Zusammenschlusses von ca.150 Kleinbauern in der City von Detroit. In dem Video sind
Ausschnitte aus einem Interview mit Lee Burns, einem der Mitbegründer des "Detroit Agriculture Network" zu sehen.





Albrecht Kunkel: "The Making of Fountain I", 2000

Fotografie, C-Print, 120x150cm



Die von Kunkel porträtierte, ausgewählte Landschaft ist bereits unzählige Male aufgenommen worden. Sie ist
Drehort für Westernfilme gewesen. Sergio Leone hatte hier seine Epen der Neuen Welt erzeugt. Die von ihrer
Rückseite gefilmten Kulissen offenbaren ihr Scheindasein. Sie dienten zur Simulation einer Westernwelt, die in
Wirklichkeit gar nicht existiert. In der unemotionalen Aufnahme der einst sicherlich beeindruckenden Kulissenstadt
dechiffriert der Künstler seine eigenen Gestaltungsmittel.

Bilder von Welt sind Projektionen, ob sie thematisch Natur, die so zu Landschaft wird, oder beliebig anderes
vorstellen. Bilder von Welt sind aber auch Bedeutungs- und Ordnungsstifter und damit unersetzlich. Kunkel doppelt
in seinen Arbeiten diesen Bildcharakter. Er entwirft Projektionen von Projektionsmodellen.





Raphael und Tobias Danke: "The end", 1998/2002

Installation.

Die Installation kombiniert skulpturale und bildnerische Elemente zu einem kulissenhaften Setting. Den Kern der
Installation "The end of the end" bildet das gleichnamige Video, dessen Rohmaterial von den Künstlern in der
Wüste Kaliforniens und den Suburbs von Los Angeles gedreht wurde. Das Video ist als Abspann des fiktiven Film
"The End" konzipiert, formal und inhaltlich werden (End-)Situationen aus dem Western Genre thematisiert. Die
Skuplturen funktionieren einerseits als manifestierte, erzählerische Elemente des fiktiven Films "The End" und auch
als abstrahierte Elemente klassischer Western

(Film-)Sets.





Silvia Beck: "Colt", 2002

Mehrteilige Wandarbeit.

Ausgehend vom Colt - dem Synonym für Handfeuerwaffen schlechthin - thematisiert Silvia Beck diese
Waffengattung in ihrer Funktion als Fetisch und Prothese. Colt bezeichnet nicht nur den legendären Peacemaker,
"the gun that won the west", sondern auch eine traditionsreiche Handelsmarke. So wird auf der kommerziellen
Colt-website individuelle Gestaltungsfreiheit bei der Zusammenstellung der Waffenbauteile suggeriert und damit eine
Identifikation mit der Marke hergestellt. "Tried and true - classics in every sense".





edit suisse group: "Nie allein, immer im Verein!", 2002

Installation. T-Shirt, Stickerei (2002), Button (1955).

Die edit suisse group zeigt ein modifiziertes T-Shirt und einen historischen Button mit dem Aufdruck "ohne mich" -
jener Parole einer Bewegung, die sich damit gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und die
von Konrad Adenauer forcierte Politik der Westintegration artikulierte.

Die für die Gruppenausstellung neu entwickelte Arbeit könnte "Amerikanisierung und Subkulturalismus"untertitelt
sein. Der Begriff "Amerikanisierung" steht für politische, ökonomische und massenkulturelle Westorientierung. Der
Button als Abzeichen und als solches Ausdruck einer Meinungs- und Gesinnungsbekundung, fungiert als objet
trouvé bzw. ready–made. Neben dem Verweis auf die "ohne mich" Bewegung der Adenauer Ära steht der Button
als Messageträger stellvertretend für zahlreiche Subkulturen und nimmt seinen Ursprung in deren Praxis. Die
Geschichte des Buttons spiegelt – ebenso wie die des T-shirts – den exemplarischen Verwertungsweg vom
gegenkulturellen Objekt(-fetisch) zum Modetrend. Auch das T-Shirt musste sich vom Arbeiter- und
Soldaten-Unterhemd zur gängigen Oberbekleidung für Mann und Frau mausern. Das T-shirt spiegelt noch dazu den
Siegeszug des "american way of life", als "casual" steht es für die amerikanische Lockerheit und Bequemlichkeit des
Alltagslebens.

Die edit suisse group besteht aus Martin Conrads, Ulrich Gutmair, Silvan Linden und Stefan Schreck. Sie haben
bereits in verschiedenen Projekten zusammen gearbeitet, unter anderem im Rahmen von "convex tv.", einem
Berliner Netzradiokollektiv (1996-99). Seit 2000 hat die edit suisse group an Ausstellungen und Veranstaltungen in
Berlin, Köln, New York und Tel Aviv teilgenommen.





Bjørn Melhus: "The Oral Thing", 2001

Video Installation. Video, 8 min.

In Bjørn Melhus' erzählerischen Videos treten Figuren auf (die er selbst verkörpert), die sich auf der Grenze
geschlechtlicher Indifferenz bewegen, ohne diese überwinden zu können. Geprägt durch die Fernsehwelt, spielt er
mit den Möglichkeiten der Television und der computergenerierten Cyberwelten.

Die Video-Arbeit "The Oral Thing" von Bjørn Melhus ist eine kurze Fabel auf die peinlichen Beichten innerhalb so
genannter Daytime-Talkshows. In einer Mischung aus Fernsehkirche, Musical und Quiz, befragt der Talkmaster zwei
Kandidataten ohne Unterlieb und Arme, denen er Geständnisse von Gewalt, Sex und inzestuöser Liebe entlockt,
moralisierend kommentiert vom chorähnlichen Studiopublikum. Ein immerwiederkehrendes TV-Logo markiert bzw.
Simuliert die Werbepausen. Der anfängliche Dialogcharakter löst sich zunehmend in einen Sprechgesang auf. Die
umstrukturierten Sprachfragmente sind der US-amerikanischen "Maury Povich Show" entnommen. Darüber hinaus
lassen sich Bild- und Tonbezüge zu der Quiz-Show "The Weakest Link" herstellen.





Bettina Allamoda: "Human League Yesteyear", 1996

Poster Serie, A0.

Das Material für die Serie "Human League Yesteryear" könnte Zeitschriften entnommen sein – Fotos von Disneys
Main Street USA , aus Filmen oder von Probelauf eines Flugzeugtriebwerks. Die Vorlagen sind aufwendig
bearbeitet, wirken künstlich, und dieser Eindruck wird verstärkt durch eine Frauenfigur, die in den Bildvordergrund
implantiert ist, Bilder der Künstlerin selbst, aufgenommen in verschiedenen Lebensphasen. Das Zusammenspiel von
Figur und Bildhintergrund ist uneindeutig: erscheint sie neben dem Feuerstrahl des Triebwerkes fast wie ein Remake
Brigitte Helms in Metropolis, so suggeriert sie in der nächsten Arbeit die Distanz einer Vortragskünstlerin oder tritt mit
dem Ausgangsbild in pantomimische Interaktion. Die Zivilisationscollagen Allamodas zeigen ein gleichsam zeitloses
Universum sich überlagernder Bilder, ein Kaleidoskop verschiedener Gegenwarten, variabel je nach Kombination.





Martin Liebscher:
"Unidentifed Fotographic Objects", 1997/98

Fotografie.

Aus gebrauchten Einwegkameras baut Martin Liebscher Raumschiffe zusammen und spritzt sie grau. Diese
fremdartigen Gebilde fotografiert er unter Zuhilfenahme von Stock und dünnem Seil vor unterschiedlichen
Landschaften der USA. So scheinen Flugobjekte über den Lichtreklamen von Los Angeles und Las Vegas oder
den Wolkenkratzern von New York zur Landung anzusetzen, geheimnisvoll über Wüstenlandschaften, tiefen
Schluchten und öden Landstraßen zu schweben oder nach Roswell zurückzukehren, der Stadt, in der bereits Ende
der 40er Jahre eine fliegende Untertasse abgestürzt sein soll. Die Ergebnisse Liebschers ausgedehnter
Fotoexpeditionen stören nachhaltig unsere scheinbar gesicherten Vorstellungen vom Fremden und Vertrauten.
Besonders in L.A. scheint jede Ecke schon in irgendeinem Film vorgekommen zu sein, zum Beispiel die Firestone
Tankstelle in "Lost Highway" oder Randys Donuts-Laden mit der gigantischen Fettgebäck-Attrappe aus "Mars
Attacks". In einer Mischung aus Realität und Fiktion spielt der Künstler mit der offensichtlichen Fälschung und
gleichzeitig dem Anschein der Authentizität, der sich selbst ad absurdum führt.

Die Fotoserie entstand während eines sechsmonatigen Arbeitsstipendiums des Wiener Museums für Angewandte
Kunst (MAK) in Los Angeles.





Korpys/Löffler:

"World Trade Center" (VHS, 6:55 min)

"United Nations" (VHS, 4:30 min)

"Pentagon" (VHS, 3:10 min)

"Amerika" (VHS, 3:41 min)

1997

Der Zusammenhang von kriminell-kriminologischen Methoden, die Fragen nach Observierung und detektivischer
Analyse, die aus fragmentarischen Zeichen Zusammenhänge zaubert, und die Übertragung dieser Momente auf
den Bereich künstlerischer Arbeit bilden einen Kernpunkt in den Überlegungen des Künstlerduos Korpys/Löffler.
Zwischen dokumentarischer Seriosität und ironisch übersteigerter Absurdität siedeln sie ihre multimedialen
Untersuchungen zu "schlechten Bildern", fiktivem Bankraub, terroristischen Aktivitäten und dem New Yorker
World-Trade-Center an und hüten sich dabei klug vor inhaltlichen oder formalen Festlegungen.



Alyssa DeLuccia: "Jacob’s Fountain", 2000

Video (Master: Betacam-SP und Super 8), s/w, no sound

Der Film von Alyssa DeLuccia ist geprägt von ihrem fotografischen, detektivischen Blick. Er wirkt durch die
Reduzierung der Mittel auf den ersten Blick unspektakulär, lebt aber von dieser Substraktion möglicher Effekte. Der
vermeintliche Beginn einer Erzählung wird zu Geschichten, ohne Anfang, ohne Ende. Mit gezielter Willkür offenbart
sie die Uneingeschränktheit der Möglichkeiten, sensibilisiert sie den Betrachter für die Wahrnehmung des
Abweichenden im Monotonen, des absurden im Gewöhnlichen. Mit ihrem Film macht die Künstlerin dem Betrachter
das Angebot, seine Geschichten selbst zu (er)finden.

Der Titel "Jacobs Fountain" verweist auf den Handlungsort des Film, einen Platz in Manhattan auf dem sich ein
Brunnen von 1871 des Architekten Jacob Wrey Mould befindet.





Vassiliea Stylianidou: "IN[FRAME]03", 2002

Installation. Fotografie, Video.

Vassiliea Stylianidous Installation besteht aus einer Reihe von Videostills, die auf einer vorausgehenden,
mehrteiligen Videoarbeit basieren. Vier dieser Videos sind in einem Büro und vier in einer privat Wohnung in New
York entstanden. Jedes Video zeigt einzelne "Etagen" des gleichen Kamera-Schwenks, der wiederum in einzelnen,
halbseku(e)ndigen Standbildern gezeigt wird. Die Videos sind sowohl zeitlich als auch räumlich in Fragmente zerlegt,
zeigen einen jeweils parallel verschobenen Bildausschnitt des porträtierten Raumes und der Person, eines
Angestellten. Zwischen den Videobilder informiert eine Textanimation auf einem Monitor über den Bekleidungs- und
Verhaltenscodex, den der Angestellte zu verfolgen hat.





Cornelia Schmidt-Bleek: "Ticker Tape", 2001

Zeichnung. Sumitinte, Graphit/Aquarellpapier.

"Paraden gehören ins Stadtbild von New York. Sie sind der Seismograph kultureller Verschiebungen und Modus
sozialer Integration zugleich. Nur auf den Umzügen der sogenannten "Ticker Tape Parades" lässt sich für einen
Moment vergessen wie stark die Differnenzen im "Melting Pot" sind. Gerade hier, in diesem schneekugelartigen
Treiben aus Papierkonfetti, Musik und bunter Straßenszenerie finden sich ethnisch extrem vielschichtige
Communities unter einem gemeinsamen Nenner zu sammen – etwa, wenn die Yankees wieder einmal eine Baseball
- Saison gewonnen haben; oder wenn es gilt, einen besonderen Gast zu feiern wie etwa John Glenn, der nach
seiner Rückkehr von der ersten bemannten Weltraummission "Mercury" 1963 von vier Millionenn Schaulustigen bei
seinem Triumpfzug über den Braodway begleitet wurde (....) Aus dieser Umwidmung des öffentlichen Raumes für
politische oder ökonomische Zwecke zieht Cornelia Schmidt-Bleek ihre Herangehensweise. Sie zeigt, wie die
Verdichtung für den Moment mit einer visuellen Auflösung einhergeht. Sie dekonstruiert das Ereignis auf ihren
Zeichnungen in unbestimmbare Fragmente. Cadillacs. Luftballons, Konfetti, eine schemenhafte Zusammenkunft von
Menschen, in der die einzelnen Gruppierungen nicht mehr eindeutig auszumachen sind." Harald Fricke





Hans Winkler: "9/11", 2002



"yntlg8i69i08", Video, 30min, colour , sound (engl.)
"Groupshow", Präsentation der s.f.a.i. Projektgruppe, Arbeiten auf Papier, Serie, 7-teilig.
Dokumentensammlung zu einem Drehbuch über den kalifornischen Talibankämpfer,
John Walker, Mixed Media.


Hans Winkler zeigt ein dreiteilige Arbeit vor dem Hintergrund der Ereignisse
des 11. September 2001. In einem Video führt er mit Unterstützung der
Dokument, das ein Spektrum an politischen Haltungen an der Westküste zeigt.
Der zweite Teil der Arbeit sind Vorarbeiten zu einem geplanten Drehbuch über
den einzigen amerikanischen Talibankämpfer, John Walker. In einem
Projektgruppe s.f.a.i Interviews auf den Straßen von San Fransico. Zwischen
CNN-Berichterstattung und eigener Neugier entstand einein spannendes
Pressespiegel, gesammelt in einem Fotoalbum, lassen sich nicht nur
Medienpolitik und Meinungsmacherei ablesen, sondern ebenso Einblicke in die
Tiefen amerikanischen Nationalbewusstseins gewinnen.
Ein dritter Teil soll auf Diskussionen zu einem neuen Gesetz zur nationalen
Sicherheit verweisen. Indem der Künstler Fingerprints von amerikanischen
Künstlern machen ließ und auf entsprechenden Registrierungskarten
präsentiert, reagiert er auf restriktive Maßnahmen, die durch den
Terroranschlag am 11. September forciert wurden.





Corinna Weidner: "Ein Dienstag im September", 2002
Hörstück,Magazin, Hörkabine


"Ein Dienstag im September" kombiniert mediale Reflektion und persönliche
Erfahrung . In einer Objektcollage fasst sie Medienträger zusammen, die
verschiedene Ebenen des Zugangs und der Bewertung der Terroranschläge
dokumentieren. In einer Art Hörkabine kann man sich beim Lesen des kurz dem
11. September erschienenen Magazins "Peoples Weeckly" einen gesprochenen
Text anhören, der die selben Ereignisse aus einer anderen Perspektive
resümiert. Diese Gegenüberstellung funktioniert apodiktisch und eröffnet
damit neue Blickwinkel. Wer sich in das Seitenlayout des Magazins vertieft,
erhält unmissverständliche Einblicke in die Mechanismen der Werbung. Wie sich
Schreckensbilder mit einer Warenästhetik, verklammern und zum zynischen
Kommentar werden, wird sinnfällig deutlich. Das Hörstück der Arbeit berichtet
über die Geschehnisse um den 11. September als persönliche Beobachtung.
Ohne den medialen Filter, der Wahrnehmung und psychische Zustände politisch
und ökonomisch funktionalisiert, entstehen neue Bilder von N.Y.C





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